Musikupdate // Squalloscope

Exoskeletons For Children, das zweite Album Anna Kohlweis‘ unter ihrem Pseudonym Squalloscope, ist inspiriert von Kleinstadtjugend und adoleszenter Einsamkeit. Mit wenig Nostalgie ihrem eigenen Aufwachsen in der österreichischen Provinz gegenüber solidarisiert sich Kohlweis mit der Jugend in den Peripherien. Dabei hat es sie selbst in ihren Dreißigern vorübergehend in ihr Elternhaus in Kärnten zurückverschlagen. Auf dessen altem Kinderzimmerdachboden sowie auf Reisen im amerikanischen mittleren Westen wurde Exoskeletons For Children über einen Zeitraum von zwei Jahren in Eigenregie geschrieben, aufgenommen, gemischt und produziert. Dabei wurden Beats und Field Recordings, Synthesizer und Gitarren, Loops und eine eindringliche, hin und wieder manipulierte, vervielfachte oder gepitchte Stimme zu einer intimen Coming of age-Erzählung verwoben. Let’s build exoskeletons for children / let them know we got their backs / let them know we got their noses / let them know we got their pinkies till they crack.

squalloscope über ihre neue single some of my best friends are windows
Es ist schon erschreckend, wie schnell man sich als VersagerIn sieht wenn die allgemein populäre Definition von Erfolg so kaputt ist. Und in dem ganzen Unsinn dann noch Karriere machen, teures Understatement-Kleid kaufen und wie im Film wortlos und elegant einem Herrn im Anzug den Rücken zudrehen, der dir am Rücken den Reißverschluss schließt. Dazwischen einem andren Herrn im Anzug die Miete nicht zahlen können obwohl man seit Wochen eh nur noch an Geld denkt, im Binnenland frieren und das Meer romantisieren, die Depression gern in die Cloud hochladen wollen, seit zwanzig Jahren wissen wie man Schlüssel als Notfallwaffe benutzt und sich fragen, was die Narben an den Armen eigentlich jetzt noch sein könnten außer schlechte Erinnerungen. Und dann Schwesternschaften schließen. Weil wir das alle irgendwie kennen und trotzdem noch da sind und die Klappen nicht halten. Somit ist das hier ein Lied über fast alles. All my sisters are way too angry, they say. That’s right, they’re furious and they’re coming your way.

Musikupdate // Neuschnee

Okay, das neue und vierte Neuschnee Album ist mit 7 Tracks und einer Laufzeit von ziemlich genau 30 Minuten vielleicht das kürzeste in der Geschichte der Band, dennoch ist es auch das bisher bunteste und facettenreichste. Synthesizer, elektronische Beats, Vocoder wechseln sich ab mit Rockballaden samt den charakteristischen, sanften Streicherarrangements. Da stehen sexy Grooves neben Weltschmerz, verspielte Opulenz neben Tanzflächenminimalismus.
Auch inhaltlich ist Okay eklektisch, definitiv aber optimistischer und fröhlicher als das Vorgänger-Opus Schneckenkönig. Songwriter Hans Wagner reflektiert seine Kindheit in Berlin-Marienfelde (Stadtrandkind), philosophiert über die Beziehung von Kulinarik und körperlicher Liebe (Umami) oder wird auch mal politisch wie in Der Zeitgeist macht Buh. Lass uns leben, das letzte Lied am Album, ist vielleicht auch das Mantra desselben. In diesem Sinne: Es ist nie zu spät für ein bisschen mehr Solidarität oder Erinnerung klebt und Geld fließt schnell. Das Leben ist kein Musical!

Die erste aktuelle Single Dasselbe Lied ist eine verspielt- kritische Auseinandersetzung mit dem Formalismus auf Kommerzialität angelegter Popmusik. Dabei spielt sie damit selbst ein 4 Akkorde-Song zu sein und arbeitet mit ausgelutschten sprachlichen Klischees (möglichst bildhaft, Gegensätze, Wiederholungen): ein Lied über Routinen, einengend und langweilig wie ein sich ewig wiederholender Popsong.
Die zweite aktuelle Single It’s Okay To Feel Lost ist ein Lied über die Momente im Leben, in denen man einfach mal schwach und orientierungslos sein möchte. Mal keine Lust auf Selbstdarstellung und Performancedruck in Zeiten der Selbstvermarktung über soziale Netzwerke. Einfach mal abschalten.

Fil Bo Riva // Im Freiheiz in München

2017 war ein intensives Jahr für Fil Bo Riva. Nachdem im Herbst 2016 die Debüt-EP „If You’re Right, It’s Alright“ des gebürtigen Römers veröffentlicht wurde, folgten zwei ausverkaufte Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Zug des ersten Erfolges, wurde mit Gitarrist Felix A. Remm ein weiterer wichtiger Baustein für das Projekt eingebunden und auf der Bühne entwickelte sich das Solo-Projekt schnell zu einem Duo, später dann zu einer vierköpfigen Rock’n’roll Band. Den Rest des Sommers führte mit eigenen Konzerten und Festivals quer durch Europa und in den Pausen stets zurück ins Studio zu Produzent Robert Stephenson, um dort am Debütalbum zu feilen.

Es war also ein Jahr voller kontrastreicher Erfahrungen und unterschiedlicher Prioritäten: Auf der einen Seite das temporeiche Leben auf Tour, mit all seinen Eindrücken, neuen Städten, Gesichtern, Fans und Musikern. Das erste Mal Autogramme geben und zum ersten Mal realisieren, dass hunderte Fans die eigenen Songs bei Festivalauftritten mitsingen. Auf der anderen Seite die völlige Isolation von der Welt, allein im Studio, mit totalem Fokus auf die Albumaufnahmen. Tief in sich gehend, alles um sich herum vergessend und einzig mit sich und der Musik sein. Nichts anderes zählt.

Einen ersten Ausblick auf die Zukunft gibt die Teaser Single „Head Sonata (Love Control)“. Ein von Beat und Dynamik getriebener Song, der mit einer kühnen und unerschrockenen Kraft und einem raffinierten Songwriting das Album einläutet und der Fils Stimme auf eine vielfältige Weise einsetzt. Mit dieser ersten Veröffentlichung im Anschlag, supporten Fil Bo Riva im Herbst 2017 Milky Chance auf ihrer Europa- und UK-Tour, bevor es zurück nach Berlin geht, um die Arbeit am Album abzuschließen. Die Band wird dann im Frühjahr 2018 mit der dritten eigenen Headliner-Tour unterwegs sein, um erstmals neues Material vom kommenden Debütalbum vorzustellen.

Kennst du schon… // Monsterheart

Bei Monsterhearts zweitem Album ist der Name Programm. Der Sound auf Salam wurde im Vergleich zum Vorgänger W ordentlich entschleunigt. Goth und Punk bleiben in der Attitüde: Obwohl die Songs schon seit 2 Jahren mehr oder weniger fertig geschrieben waren, wurde Salam großteils in One-takes in der eigenen Wohnung in Wien aufgenommen. Bei Vertigo, einem Song übers Trinken, hat Monsterheart die Vocals außerdem betrunken eingesungen. Salam ist ein Bedroom-Album, bei dem der Synthpop auch manchmal mit schrummeligen Gitarrenmomenten aufgelöst wird. Monsterhearts Prämisse war es, etwas Schönes, Lockeres zu machen, etwas, das auch ihrem eigenen kleinen Sohn gefallen könnte. In der aktuellen Single Into The Sea mimt Monsterheart eine Sirene, die ihren Partner ins Meer lockt. Video und Download unten im Kasten.

Kennst du schon… // At Pavillon

„All Eyes On You“… und ja wirklich alle Augen sind auf At Pavillon gerichtet; so eben haben die charismatischen Jungs rund um Frontman Mwita Mataro bei Las Vegas Records (die mit Leyya und Dawa schon bewiesen haben wie man österreichische Bands auch international groß rausbringt) unterschrieben; zeitgleich hat Stefan Redelsteiner das Management übernommen, dem mit Wanda und Voodoo Jürgens zumindest im deutschsprachigen Raum schon der ein oder andere große Wurf gelungen ist.

Beste Voraussetzungen also um mit neuem Elan voll durchzustarten; nach den gelungenen EPs samt schönen Achtungserfolgen wie „Lions“ und „Disco Demolition Night“ geht es nun für At Pavillon darum ein funkelndes, ein glamouröses, ein bewegendes Debütalbum fertigzustellen, und alles wegzublasen was in der Monotonie zeitgemäßer Indie-Pop-Musik aktuell sonst so passiert.„All Eyes On You“ ist das erste Appetithäppchen auf dem Weg zum Album. Aufregend, auf den Punkt, und gleichzeitig dank Mwitas ausdrucksstarker Stimme soulig und sensitiv as fuck; alle At Pavillon-Trademarks also vereint in einem tanzbaren Zweieinhalb-Minuten-Burner der Lust auf mehr macht.

Musikupdate // Emanuel Reiter

Wie soll man nur beschreiben und gestehen, wie sehr man für jemanden fühlt? Dieser Frage geht der Ostschweizer Singer / Songwriter Emanuel Reiter mit seiner neuen Single „Aussergewöhnlich“ auf den Grund. Anfangs noch zurückhaltend zart, entwickelt sich der Song zu einer grossen Liebeserklärung. „Aussergewöhnlich“ ist eine geheimnisvolle 3:39 Minuten Symphonie, zu der auch ein schlichtes One-Shot Musikvideo in einer verlassenen Fabrikhalle entstanden ist. Für den in Oberbayern aufgewachsenen Songpoeten wird 2018 ein spannendes Jahr. Nach Zusagen von grösseren Festivals wie in Basel und Rosenheim (u.a. mit Sting, Fanta4, Johannes Oerding), beginnt er mit dem Songwriting für sein zweites Album.

Musikupdate // Shanti Powa

Bereits seit 7 Jahren gibt es Shanti Powa nun schon und seit 5 Jahren davon tourt das 12-köpfige Orchester unermüdlich quer durch Europa’s Festivallandschaft. 180 Konzerte in 3 Jahren; ungebremst verbreiten sie die „Message“ einer besseren Welt. Man könnte behaupten: Bis zum Wahnsinn. Daher gäbe es keinen passenderen Titel für das neue und dritte Album als „‘til insanity“.

Die erste Single „Let me see“, fordert auf sich gehen zu lassen. Lass mich sehen wie das ist. Ein tanzfreudiger Song der mit seiner deftigen Portion Dancehall /Reggae und feinsten Scratching-Parts jeden zum Tanzen auffordert.

Kennst du schon… Love good fail // Musikupdate

Love Good Fail ist ein Love Triangle aus Wien. Sie feiern den Fehltritt: Sängerin Johanna ist in jungen Jahren am Schlagzeug gescheitert, Producer Johannes war Dachspengler, Bademeister, Kellner uvm. bevor er die Band mitbegründet hat, nur Keyboarderin Maria hat im Gegensatz dazu immer schon Klavier gespielt. Sie haben sich bei einer Theater-Vorstellung von Oscar Wildes Ein idealer Gatte kennengelernt und 2016 Love Good Fail gegründet. Mit Wilde verbindet sie auch die perfektionistische (aber zum Scheitern verurteilte) Suche nach dem Schönen. Love Good Fail feilen, darüber hinaus beeinflusst von Künstlern wie David Bowie oder John Cage, an einem schöpferischen Gesamtkonzept. Auch der in ihrer Debütsingle besungene Poolboy ist ein ästhetisches Ideal, etwas Begehrenswertes, aber Unerreichbares, an dessen kalter Schulter man zerbricht. Love Good Fails Musik ist der Einbruch von Traum und Phantasie in die Wirklichkeit und umgekehrt. Johannas zarte Stimme schwebt dabei mal über kristallklarem Pop, mal über House, mal über Dub-Rhythmen. Produziert werden Love Good Fail von Wolfgang Schlögl (Ex-Sofa Surfers, I-Wolf), der die Band entdeckt hat als er sein Fahrrad reparieren hat lassen, weil ihr Proberaum direkt neben der Fahrradwerkstatt liegt. Ihr Debütalbum We Met At Night erscheint im Sommer.

News // Neuschnee

Euch gefällt die Musik von Neuschnee? Dann wird es Zeit für ein Konzert!
Die nächsten Termine sind:

05.04.2018 AT, St. Pölten @ Cinema Paradiso
26.04.2018 AT, Graz @ Orpheum
12.06.2018 AT, Wien @ Radiokulturhaus
07.07.2018 AT, Linz @ Vanishing Garden